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Wo bitte geht´s zum nächsten Trend?
Was ist ein Trend?
Ein Trend ist etwas, das kommt. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Jedenfalls
ist es noch nicht ganz da, ja die wenigsten wissen, dass da überhaupt
etwas kommen wird.
Trends beschreiben aufkommende Veränderungen in der Gesellschaft. Davon
können z.B. Werte, Lebensstile und auch das Kaufverhalten betroffen
sein. Ein Trend wächst zumeist von den Rändern der Gesellschaft
in deren Mitte hinein. Er ist übertragbar auf andere Kontexte, sonst
bleibt er eine singuläre Erscheinung. Der Trend wird am deutlichsten
offenbar in der horizontalen Durchdringung der Gesellschaft. Variationen
eines Themas erscheinen in unterschiedlichen Kontexten. Beispiel: der Retrotrend.
Neben seinen Ausprägungen in der Mode finden sich Retroaspekte im Möbel-
und Autodesign. Der VW Beetle hat uns alle glücklich gemacht. Und wenn
erst der Bully wiederkommt... Der nächste Trend? Vielleicht Simplifying
Reduktion von Bedienelementen, Zurücknahme von Komplexität.
Oder Germanying die Eindeutschung von Anglizismen? Wir werden sehen.
Warum ist es gut, Trends zu erkennen?
Gestern betrat ein pickelgesichtiger Teenager Ihren POS und verlangte ein
PDQA. Heute sind es schon drei. Sie haben immer noch kein PDQA. Sie wissen
nicht einmal, was das ist. Aber sie ahnen, dass die Consumer es irgendwo
bekommen werden. Leider nicht bei Ihnen. Sie wollen, dass man dieses Ding
bei Ihnen kaufen kann. Sie wollen daran verdienen. Und sie wollen in Zukunft
vorher wissen, ob in den nächsten Tagen jemand Ihr Geschäft betreten
wird und ein PD-Dingsbums verlangt.
Unternehmen sollten die Trends kennen, denn
Unternehmen führen Marken und Marken entwickeln sich zusammen mit der Gesellschaft. Sie machen nicht jeden Trend mit. Aber
sie stellen sich auch nicht gegen die gesellschaftlichen Grundströmungen. Marken sind mittendrin statt nur daneben. Dabei
kommt ihnen durchaus die Rolle von Orientierungshilfen zu. Verändern sie sich zu stark, verlieren sie ihre Identität,
verändern sie sich überhaupt nicht, verlieren sie den Anschluss. Eine Marke muss heutzutage also permanent an die
gesellschaftliche Realität angepasst werden. Das geht nur, wenn man die Trends kennt und ihre Relevanz richtig einschätzt.
Beispiel: Inzwischen reiten für Marlboro auch Frauen („spät kommt er, doch er kommt. Der lange Weg, Graf Isolan,
entschuldigt euer Säumen...“).
Wie erkenne ich Trends?
Die Trendforschung gewinnt ihre Informationen mit Hilfe einer Vielzahl verschiedener
Verfahren:
· Scanning (Produkt,- Medien- und Online-Scanning)
· Monitoring (Konsumentenexploration,
teilnehmende Marktbeobachtungen)
· Desk-Research und Metaanalysen
· Expertenurteile
Trends tauchen vor allem in den Medien auf; Trends, die nicht kommuniziert werden, existieren nicht. Trends basieren zumeist
auf einer Umdeutung von Bekanntem. Deshalb ist vor allem das Auftauchen von Bekanntem in neuen Zusammenhängen interessant
(Kookkurrenz). Kookkurrenz lässt sich statistisch belegen.
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