Wie fördere ich Kreativität?

Ein Ideenjäger ist ständig auf der Jagd nach Ideen. Wenn er nur zuhause in seinem Ledersessel säße und seine Trophäen betrachtete, setzte er schnell Fett an. Ich muss sozusagen ständig im Training bleiben, so wie ein Hochleistungssportler. Eine längere Pause und die Kondition geht den Bach runter.

Mitunter treffe ich mich mit anderen Ideenjägern. Wir erzählen uns unsere Abenteuer. Und lernen voneinander all die Tricks und Kniffe, die einem allein manchmal verborgen bleiben.

Kann man denn die Kunst der Ideenjagd lernen, werde ich oft gefragt. Ja, antworte ich dann, genauso wie Klavierspielen, Kochen oder Golf. Aber zur Meisterschaft braucht es eben doch diese Nase, es braucht die Fähigkeit, Ideen zu riechen und aufzustöbern im Großstadtdschungel, in zwielichtigen Gassen, in verfallenen Fabrikhallen, unten am Wasser bei den Docks ... Wie kann man es nun lernen? Wie wird man ein passabler Ideenjäger? Da kenne ich so ungefähr vier Wege:

1. Man kann die Teilfähigkeiten eines Ideenjägers einzeln fördern.
Ein guter Ideenjäger ist unkonventionell. Er hat keine Angst. Werde also furchtlos. Oder weniger ängstlich. Das ist nur ein Beispiel. Natürlich hat der ideale Ideenjäger noch andere Eigenschaften. Sie kennen sie. Denn Sie erkennen einen kreativen Menschen, wenn sie ihm begegnen. Fördern Sie diese Persönlichkeitsmerkmale:
  • Neugier
  • Sensibilität
  • Nonkonformismus
  • Originalität
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Organisationsfähigkeit
  • Extrovertiertheit
  • Verhinderung von Stereotypien (Lust am anders machen)
  • aktives Verarbeiten von Konflikten
  • Risikobereitschaft
  • Toleranz gegenüber Mehrdeutigkeit
  • Vorliebe für Komplexität und mehrdeutige Situationen
  • Vorliebe für Schwierigkeiten und Probleme
  • Ausdauer und Frustrationstoleranz
  • Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, Unabhängigkeit
  • Humor (ha : ah? ah : ha! ha ha)

2. Nutzen Sie Kreativitätstechniken. 
Ausführlich hier.

3. Ihr Unterbewusstsein ist ein starker Verbündeter.
Bewegen Sie es zur Mitarbeit. Wie man das macht? Zunächst müssen Sie sich entspannen. Wenn das Unterbewusstsein verkrampft ist, hat es keine Lust, etwas zu tun. Entspannungstechniken? Nein, nicht hier. Für Yoga und heiße Bäder sind wir nicht zuständig. Wenn Sie entspannt sind, machen Sie ihrem Unterbewusstsein klar, dass es sich um ein wichtiges Problem handelt, mit dem Sie sich gerade beschäftigen. Dabei hilft Autosuggestion. Stellen Sie sich das Problem vor, an dem Sie arbeiten. Und sagen Sie sich, dass Sie eine Lösung dafür finden werden. Wenn das alles geschehen ist, gewinnen Sie Abstand zum Problem. Tun Sie etwas anderes, etwas, das Ihnen Spaß bringt. Dann kann Ihr Unterbewusstsein in Ruhe arbeiten.


4. Jeder Mensch hat zwei Hirnhälften.
Nutzen Sie beide gleichmäßig. Schreiben Sie mal mit der linken Hand (oder mit der rechten). Spielen Sie Klavier. Töpfern? Warum nicht. Und ich finde, Kneten schadet nie. Wäre jedenfalls unklug, nur das halbe Hirn zu nutzen. Warum nun fördert dies die Kreativität? Gesicherte Erkenntnisse darüber gibt es nicht. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass bei der Kommunikation beider Hirnhälften über den Hirnbalken (corpus callosum) Übersetzungsprozesse stattfinden. Die Ideenflut wird also nicht gesteigert, weil man eine einzelne Hirnhälfte aktiviert, sondern weil beide Hirnhälften jetzt intensiver kommunizieren.

Vermutlich beruht dieser Datenaustausch auf einer Umstrukturierung von Informationen, denn die kreative Lösung eines Problems beruht fast immer darauf, dass Informationen, die schon bekannt waren, auf eine neue Art und Weise wieder zusammengefügt werden. Der Reorganisation von Wissen geht die Zerstörung der alten Ordnung voraus. Dazu bedarf es des Chaos. Woher soll dieses Chaos kommen? Versuchen Sie es mal mit Kreativitätstechniken.