Morphologische Analyse


Eine mehrdimensionale Matrix bildet das Kernstück der morphologischen Analyse, die auf den Schweizer Astrophysiker Fritz Zwicky (1898–1974) zurückgeht.

Mit dieser Methode lässt sich ein komplexer Sachverhalt umfassend, strukturiert und wertfrei analysieren; typischerweise betrachtet man ein Produkt und dessen Eigenschaften. Dem Problem muss eine gewisse Tiefe und Komplexität innewohnen, andernfalls hätte es wenig Sinn, dass man es in seine Bestandteile zerlegt, um systematisch Kombinationen seiner Parameter durchspielen zu können. Den einzelnen Parametern werden variable Dimensionen zugewiesen, die man in einem Koordinatensystem anordnet. In dieser Vorarbeit steckt die eigentliche kreative Herausforderung. Steht die Matrix erst einmal, lassen sich daraus leicht Varianten ablesen. Die zweidimensionale Form der Matrix wird auch Morphologischer Kasten genannt. Hier werden die beschreibenden Einflussgrößen eines Problems auf der einen Achse eingetragen, die möglichen Varianten jeder einzelnen Einflussgröße auf der anderen. Aus der Kombination jedes Wertes mit jedem anderen erhält man sehr schnell eine große Lösungsvielfalt.

So ergeben z. B. fünf Parameter zu je fünf Varianten insgesamt 3.125 mögliche Kombinationen; vorausgesetzt man fasst immer genau fünf Elemente zusammen.

Beispiel einer morphologischen Analyse mit 1.728.000 Alternativlösungen

Die einzelnen Schritte:

  1. Problem beschreiben.
  2. Problem in seine Bestandteile (Merkmale, Eigenschaften, Fähigkeiten) zerlegen.
  3. Jedes Merkmal einzeln untersuchen und verschiedene Ausprägungen oder Varianten dazu definieren.
  4. Eine Matrix aus den Merkmalen und deren Varianten konstruieren.
  5. Nach neuen Kombinationen von Begriffen aus jeder Reihe und jeder Spalte suchen.
  6. Ergebnisse auf Sinngehalt und Machbarkeit überprüfen.